Monatsarchiv für März 2004

iBook Notoperation

Tagebuch | 31. März 2004 | 16:22

Das Telefon klingelt, in der Leitung ein völlig entsetzter Mensch, dessen iBook dabei ist seinen Geist aufzugeben. So zumindest meine spontane Mutmaßung, nachdem ich höre, dass das iBook immer wieder einfriert und erst nach einer Zwangspause von bis zu einer Stunde wieder gewillt ist, den Dienst aufzunehmen. Was tun? Schwupps Notarzttasche geschnappt und hin zum Kunden. Dort eine Situation, wie sie nicht schlimmer sein kann: Wichtige Termine im Kalender, eine für den nächsten Tag anstehende Präsentation und dann versagt auf einmal das iBook. Was nun? Beim Kunden mit Pappen hantieren? No Way!

Bei Inspektion des iBooks fallen sofort kratzende und klackernde Geräusche im Bereich der Festplatte auf. Da ich aus eigener Erfahrung weiss, dass diese Signale in der Regel auf eine sich verabschiedende Festplatte hinweisen, gibt es nur eine Lösung: Daten sichern, Festplatte austauschen! Also neue Festplatte rein und gut ist. Oder? Ein Anruf im nächsten Mac-Shop hebt nicht wirklich die Stimmung: „Ja keine Ahnung, Reparaturzeit kann schon mal gar nicht zeitlich bestimmt werden, 3 -4 Wochen ca., wir schicken das auch nur ein, blabla etc. pp.“

Wie schön, das sich im näheren Dunstkreis der Agentur einer der unzähligen Fachhändler für PC-Zubehör befindet. Also hin da, bei dem Anblick einer schaurigen PC-Wasserkühlung (inklusive Luftbläschen und Plastikfische) fast vor Lachen geplatzt und mit einer neuen 40 Gbyte 2,5“ Festplatte in der Tasche wieder zurück in die Agentur. Gut, nun ist es bei einem PowerMac nicht gerade eine umwerfende oder besonders anstrengende Tätigkeit, eine Festplatte zu wechseln. Aber bei einem iBook ?! Egal, da es sich um eines der ersten Modelle (G3 600) handelt, ist die Garantie eh nur noch ein ungültiges Stück Papier. Also Schwester, Skalpell bitte!

Ich bin jetzt noch beeindruckt, mit vielen Miniaturschrauben ein iBook zusammen gehalten wird. Nicht weniger als 24 Schrauben, respektive Schräubchen, warteten darauf, für einen kurzen Moment aus ihrem langweiligen Job befreit und für eine Pause auf den Konferenztisch gelegt zu werden. Nachdem sich Plastikverschalung, Blechabschirmung und sonstige Kleinteile in lockerer Reihenfolge auf dem Tisch ausgebreitet hatten, dachte ich a) dass R2D2 nackt ebenso erbärmlich aussehen würde und b) hoffentlich passt das nachher wieder alles zusammen.

Aber, wie es sich für einen Administrator der alten Schule gehört, alles kein Problem, alte Festplatte raus, neue rein und gut ist. Okay, dieser Arbeitsgang dauerte ca. zwei Stunden, begleitet von wüsten Flüchen meinerseits, deren genauen Wortlaut ich hier aus Jugendschutzgründen nicht wiedergeben möchte.

Nachdem das iBook dann wieder zusammengesetzt war ein erster vorsichtiger Druck auf den Powerbutton. Und siehe da: Alles funktioniert noch! Wheeew! Das beste daran: Selbst das totgeglaubte Trackpad reagiert wieder auf Berührungen! Und das, obwohl die „Spezialisten“ von Mac***** in Berlin der Meinung waren, das wäre defekt. Nix defekt Mädels, ihr hattet nur bei der letzten Reparatur vergessen, das Ding innen wieder anzuschließen…

Nach Neuinstallation von Panther einmal Schwupps das Backup zurück auf das iBook und schon eine Stunde nach dem Reindrehen der letzten Schraube konnte der derweil vor Freude meinen Namen singende Kunde weiterarbeiten. Ob er immer noch singt, wenn er meine Rechnung für die Notoperation auf dem Tisch liegen hat, ist eine andere Geschichte…

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